Leckeres | zweierlei Holunderblütensirup

Das warme Wetter der letzten Tage hat sie zum Blühen gebracht, die Blüten des Schwarzen Holunders, der in unseren Breitengraden gefühlt an jeder Strassenecke wächst. Der süssliche Duft der weissen Blüten ist unverkennbar. Aus ihnen werden schon seit jeher Holunderküchlein gebacken oder Sirup für Limonade, Gelee oder Sekt angesetzt.

Dieses Jahr habe ich mir in den Kopf gesetzt, einmal selbst Holunderblütensirup anzusetzen. Und so habe ich mich am Pfingstmontagabend auf dem Heimweg von der Arbeit auf die Suche nach Holundersträuchern gemacht. Dabei bin ich grad an mehreren Stellen bei uns im Dorf fündig geworden. Schwarzer Holunder wächst also wirklich an jeder Strassenecke.
Holunderblütensirup_1Zu Hause habe ich die Blüten dann vorsichtig über dem Spülbecken ausgeschüttelt, da sich gerne kleine Käfer darin verstecken. Die Blüten sollten nicht gewaschen werden. Das ist wichtig, da sonst der Blütenstaub abgewaschen wird und das ist ein Teil der Holunderblüten, der am intensivsten duftet. Darum pflückt mal die Blütendolden auch am besten vor dem nächsten Regenguss.
Nach dem vorsichtigen Ausschütteln schichtete ich die Blüten in zwei weite Schüssel und habe sie mit ca. 2 Liter Wasser übergossen. So werden die Blüten nun mindestens 24h Stunden zugedeckt stehen gelassen, bis der süsse Duft auf das Wasser übergegangen ist.
In eine Schüssel habe ich zudem noch je eine in Scheiben geschnittene Bio Orange und Bio Zitrone gegeben, für einen etwas anderen Geschmack.

Mengenverhältnis:
12 Holunderblütendolden
1l Wasser
1kg Zucker
20g Zitronensäure
je nach Geschmack Zitronen- und Orangenscheiben

Ich habe euch dieses Mal einfach das Mengenverhältnis aufgeschrieben. So könnt ihr je nach Menge der gesammelten Blüten selbst ausrechnen, wie viel Wasser, Zucker und Zitronensäure ihr benötigt.

Nach 24h habe ich die Blüten und Fruchtscheiben in eine grosse Pfanne abgesiebt. Ich habe dafür ein spezielles Passiertuch verwendet, weil die Holunderblüten doch recht klein sind.
Anschliessend wird der Zucker und die Zitronensäure in der entsprechenden Menge zugegeben und das ganze kurz aufgekocht. Nun muss der Sirup sofort noch siedend heiss in vorgewärmte Flaschen abgefüllt werden.
Holunderblütensirup_2Ungeöffnet und kühl und dunkel gelagert (also am besten im Keller) ist er so 10-12 Monate  haltbar. Angebrochene Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Da wir ein bisschen zu viel Sirup und zu wenige Flaschen zu Hause hatten, kam mein Mann auf die Idee, den restlichen Sirup in Konfigläser abzufüllen. Ich machte da aus der Not eine Tugend und kochte den vorigen Sirup zusätzlich mit Gelierzucker noch einmal auf. Nach ca. 7 Minuten sprudelndem Kochen konnte auch der Holunderblütengelee in heiss ausgespülte Gläser gefüllt werden.

Übrigens: Im Internet kursieren unzählige Siruprezepte. Viele davon übergiessen die Holunderblüten bereits mit dem Zuckersirup (also Wasser, Zucker und Zitronensäure aufgekocht) und lassen das ganze so 24h-48h Stunden ziehen. Ich kann mir vorstellen, dass so der Geschmack und die Farbe noch ein bisschen intensiver werden. Wer aber wie ich keine Zitronensäure im Haus hat und diese erst besorgen muss, kann also ohne schlechtes Gewissen meine Variante wählen.


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4 Antworten zu “Leckeres | zweierlei Holunderblütensirup”

  1. Bei mir wächst jedes Jahr mehr Holunder im Garten, daher koche ich auch jedes Jahr Sirup. Mindestens 5 Liter, denn unsere Töchter holen sich auch immer gern ein paar Flaschen ab.
    Ich koche dafür zunächst Läuterzucker und in diesen kommen dann die Blüten sowie Biozitronen in Scheiben. Diese Mischung steht dann eine Woche im Keller zum Durchziehen. Der Sirup hat dann später eine goldene Farbe und enthält Blütenstaubwölkchen. Im Augenblick verwende ich ihn auch gern, um schwarzen Tee zu süßen. Und im Winter gibt es beim ersten Schnupfen sofort „heißen Holunder“.
    Liebe Grüße, Annuschka

    Gefällt 1 Person

  2. Deine Holunderblütensirup-Anleitung kommt ja wie gerufen, liebe Daniela! <3
    Bei uns im Dorf stehen die Holunderbüsche gerade auch in voller Blüte, und seit einer Weile spekuliere ich darauf, so einen leckeren Sirup selber zu machen. Mir hat bis jetzt nur noch das richtige Rezept dafür gefehlt (und zugegeben: die schiere Menge an Internet-Rezepten hat mich ein bisschen überfordert). Danke dafür!
    Liebste Grüße, Ida <3

    Gefällt 1 Person

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