Herzensbuch #13 | Die Chemie des Todes

Wir alle haben sie. Bücher, die uns den Atem rauben, die uns träumen lassen und von denen man sich wünscht, sie würden nie enden. Absolut geniale Meisterwerke, die wir immer wieder lesen können und allen und jedem empfehlen, ob er oder sie es hören will oder nicht. Ganz klar, ich spreche von Herzensbüchern.
Genau zu diesen besonderen Geschichten hat sich Janika eine kleine Aktion ausgedacht. Immer am 20. jeden Monats stellt sie in kurzen, knackigen Worten eines ihrer absoluten Lieblingsbücher vor, in der Hoffnung, dass sich diese Liebe verbreitet und solche wunderbaren Bücher mehr Aufmerksamkeit bekommen Diese dürfen auch gerne schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.

Ehrlich, ich hätte ja nicht geglaubt, dass ich diesen Monat bei den Herzensbüchern mit von der Partie sein würde, aber ich bin mit meiner Zertifikatsarbeit zügig voran gekommen und so gut wie fertig. Ich muss sie nur noch etwas reifen lassen und dann ist sie auch schon ready für die Abgabe. So habe ich jetzt ein bisschen Zeit, in der ich euch grad ein weiteres Herzensbuch präsentieren kann.

Die Chemie des Todes von Simon Beckett

Die Chemie de Todes ist der erste Band in der Reihe um den Forensischen Anthropologen David Hunter und steht hier auch ein bisschen stellvertretend für alle folgenden Bände. Obwohl ich sagen muss, dass dieses Buch auch eines meiner liebsten in der ganzen Reihe ist.
Herzensbuch_1Im kleinen Dorf Manham wird die Leiche von Sally Palmer gefunden. Eine Spur aus Fliegenlarven führte die Yates Brüder, zwei Schuljungen, zu ihr. Verdächtiger Nummer eins ist der schweigsame Fremde im Dorf, Dr. David Hunter. Bald stellt sich jedoch heraus, dass er früher Englands berühmtester Rechtsmediziner war, und so bittet ihn die Polizei um Unterstützung.

Ich bin immer wieder fasziniert vom Blickwinkel auf die Verbrechen und den Tod, die uns David Hunter durch seinen Beruf liefert. Akribisch untersucht er die Toten und bestimmt anhand der Anzahl und der Farbe von Parasiten, der Beschaffenheit des Bodens oder dem Zustand der Haut den genauen Todeszeitpunkt. Ruhig und sachlich erklärt er uns Leser*innen dann, was aus wissenschaftlicher Sicht nach dem Tod mit dem Körper passiert.
Gleichzeitig geht es in der Geschichte aber nicht nur um den wissenschaftlichen Aspekt des Todes, sondern auch um die Auswirkungen die Gewaltverbrechen auf eine eingeschworene Dorfgemeinschaft haben können. Die vordergründige Einträchtigkeit bekommt Risse, die Menschen beginnen einander zu misstrauen. Die Idylle gerät gehörig ins Wanken. Man merkt, dass Simon Beckett ein Gespür für Gruppendynamik und die Psychologie des Zwischenmenschlichen hat.
Dieses Faible für Psychologie kommt Beckett auch bei der Zeichnung seines Protagonisten David Hunter zu Gute. Die Leser*innen erfahren nämlich auch so einiges Persönliche vom Forensischen Anthropologen, was ihn zu einer sehr nahbaren Figur macht. Und für die Folgebände gibt es so auch einige Aspekte auf denen aufgebaut werden kann.

Das Buch liest sich durchweg spannend und verliert nie den roten Faden, obwohl es ab und an doch etwas anspruchsvoller zu lesen ist und sehr ins Detail geht. Simon Beckett verzichtet dabei aber auf Gewaltorgien oder exzessives Blutvergiessen, was ich persönlich sehr schätze.

»Es gibt ungefähr hunderttausend verschiedene Fliegenarten. […] Die meisten Menschen verstehen nicht, wozu Fliegen gut sind. Sie nerven und übertragen Krankheiten und ernähren sich dabei unterschiedslos sowohl von frischem Dung wie von feinster Küche, wobei sie in beiden Fällen das Aufgenommene wieder hochwürgen und auf die Nahrung erbrechen.
Aber wie alles in der Natur haben auch die Fliegen ihre Aufgabe.«
– S. 225-226

Und so fliegt man nur so durch die Geschichte und das Buch, wünscht sich mehr von David Hunter und seiner Arbeit zu erfahren und liest Band zwei Kalte Asche am besten gleich im Anschluss.
Die Reihe ist übrigens bereits beim sechsten Band angelangt, aber wem erzähl ich das. Ihr wisst das bestimmt schon längst.


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Verfasst von

Ich liebe Bücher, Katzen und Menschen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ausserdem koche und backe ich sehr gerne und liebe es auf Entdeckungsreise zu gehen.

12 Kommentare zu „Herzensbuch #13 | Die Chemie des Todes

  1. Moin Daniela,

    ich liebe solche Aktionen, da sie mich als Leser veranlassen, Gelesenes Revue passieren zu lassen. Bei dieser Aktion wäre ich sofort dabei, hätte ich im letzten Jahr aus Anlass meines runden Geburtstages nicht schon über „Die Bücher meines Lebens“ berichtet. Da gäbe es dann zu viele Überschneidungen/ Wiederholungen…!

    Aber ich lasse mich überraschen, welche Aktion mich dann dafür demnächst „anspringt“.

    Lieben Gruß
    Andreas

    Gefällt 1 Person

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