Schweizer Buchpreis 2018 | Die fünf Nominierten

Es ist wieder einmal soweit. Nicht nur die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist bekannt, auch die fünf Nominierten des Schweizer Buchpreises wurden verkündet.Der Schweizer Buchpreis wird in diesem Jahr übrigens bereits zum 11. Mal vergeben. Die Preisverleihung wird im Rahmen vom Literaturfestival BuchBasel am 11. November statt finden.
Und ich bin überrascht, was für spannende und interessante Bücher dieses Jahr dabei sind, am liebsten würde ich alle gleichzeitig lesen. Aber macht euch am besten selbst ein Bild davon.

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Quicktipp | Martin & Camilo Jaschke – Mama kann nicht kochen

Mama kann nicht kochen – Liebeserklärungen an perfekt unperfekte Mütter | Martin & Camilo Jaschke | August 2018 | Aris Verlag | 122 Seiten
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Leseexemplar. Meine ehrliche Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

»Ich werde mich gar nicht erst darum bemühen, perfekt zu sein. Das ist, wie wenn ich mich mit einer zu kurzen Decke zudecken möchte. Entweder guckt der Oberkörper raus, oder die Füsse, so ziehe ich die Decke rauf und wieder runter. Es wird nie reichen, es ist nicht machbar.«
Nadja Zimmermann, S. 94

Es gibt Bücher zum nachdenken, jene zum mitfiebern, solche die einem traurig machen und zum Glück gibt es auch Bücher, die einem schmunzeln lassen. Und in eben jene letzte Kategorie gehört Mama kann nicht kochen. Wobei dieses schmale Büchlein noch etwas mehr Fleisch am Knochen hat, als sich auf den ersten Blick erahnen lässt.Weiterlesen »

Rezension | Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt – oder wenn sich das eigene Leben zu wiederholen scheint

Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt | Peter Stamm | Februar 2018 | S.Fischer Verlag | 160 Seiten

»Ich war plötzlich unsäglich wütend auf ihn, ich war nahe daran, ihn ins Gesicht zu schlagen. Er bildete sich ein, mit einer kurzen Internetsuche mein ganzes Leben auslöschen zu können, als existiere nur, was Spuren im Netz hinterliess.« – S.101

Wenn Peter Stamm eines kann, dann ist dies mit leisen Tönen zu begeistern. Seit er vor etlichen Jahren zu einem Lesungsbesuch an meinem Gymnasium vorbei kam, werden seine Bücher in regelmässigen Abständen von mir gelesen. Und auch wenn sein Stil mir in früheren Jahren noch etwas zu wolkig und ätherisch erschien, so mag ich heute seine sanften Zwischentöne umso mehr.

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Rezension | Alex Capus – Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer | Alex Capus | Juli 2013 | Hanser Literaturverlag | 288 Seiten

 

»Oppenheimer zuckte mit den Schultern. Wenn die Bombe möglich ist, wird jemand sie bauen.
Wahrscheinlich.
Ganz sicher.
Fragt sich nur, wer.
Jemand der’s kann, sagte Oppenheimer. So viele sind’s nicht. Wir oder die andern, nicht wahr?« – S.215

Kurz zum Inhalt

Nur einmal in ihrem Leben können sich die drei begegnet sein und zwar 1924 am Hauptbahnhof Zürich.
Felix Bloch, der junge, pazifistische und intelligente Zürcher Jungspund, der in seinem Leben unbedingt etwas Schönes, Nutzloses und ganz und gar Zweckfreies (S.57) machen möchte und so schliesslich an der ETH Physik studiert.
Laura d’Oriano, die junge, schöne Frau, die schon als Kind mit ihrer Familie durch die ganze Weltgeschichte reist und nie so werden möchte, wie ihre Mutter, die auf der Bühne singend ihr Stumpfband her zeigt.
Und Emile Gilliéron, der Sohn eines rebellischen, blaue Jacken tragenden archäologischen Zeichners, der in die Fussstapfen seines Vaters tritt und alte Kunstwerke neu interpretiert.
Vor dieser Ausgangslage zeichnet Alex Capus nun die Lebenswege dieser drei unterschiedlichen Protagonisten, deren Wege so verschieden und doch auf eigentümliche Weise miteinander verschränkt sind.

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