Rezension | Ein wenig Leben – oder wenn dich ein Buch an deine Grenzen bringt

Ein wenig Leben | Hanya Yanagihara | aus dem Englischen von Stephan Kleiner | Januar 2017 | Hanser Literaturverlag | 960 Seiten

»Aber in einem Punkt hatte sie recht gehabt: Es wurde tatsächlich immer schwieriger und schwieriger. Er gab sich tatsächlich selbst die Schuld. Und obwohl er Tag für Tag versuchte, sich auf das Versprechen zu besinnen, das er ihr gegeben hatte, rückte es Tag für Tag weiter in die Ferne, was schliesslich nur noch eine Erinnerung, sie wie  sie nur noch eine Erinnerung war, eine geliebte Figur aus einem Buch, das er vor langer Zeit gelesen hatte.«

Ein wenig Leben, S. 148

Wie bespricht man ein Buch, über das es so viel zu sagen gibt, dafür die richtig Worte zu finden, aber unendlich schwer ist? Beginne ich mit den Dingen, die ich mochte, oder lieber mit dem, was mich störte? Denn auch wenn Ein wenig Leben eines meiner Jahreshighlights ist, sehe ich einige Dinge kritisch.
Vielleicht ist es darum gar nicht schlecht, ganz vorne zu beginnen und den Inhalt einmal etwas genauer anzusehen.

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Blogtour | 5 Gründe, warum man „Bis ich dich finde“ gelesen haben sollte

Manche Bücher, die liest man einfach nur, in andere verliebt man sich, manche findet man gar schrecklich und dann gibt es auch noch jene Bücher, die man vergöttert, die man immer wieder aus dem Regal zieht, ein ums andere Mal liest und jedem unter die Nase bindet, egal ob er es hören möchte oder nicht.
Genau um diese Bücher geht es bei der wunderbaren Must-Read-Blogtour von Lady Smartypants und ich freue mich, darf ich ein Teil davon sein und euch heute mein absolutes Herzensbuch präsentieren. Gestern stellte euch bereits Hiltrud vom Blog ilseluise ~ Clownerie & Theologie ihr liebstes Lifestylebuch vor und morgen wird es dann bei Nina auf dem Blog Book-Blossom mit einem Young Adult Fantasy Buch weiter gehen. Ihr könnt also gespannt sein!

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Rezension | Alex Capus – Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer | Alex Capus | Juli 2013 | Hanser Literaturverlag | 288 Seiten

 

»Oppenheimer zuckte mit den Schultern. Wenn die Bombe möglich ist, wird jemand sie bauen.
Wahrscheinlich.
Ganz sicher.
Fragt sich nur, wer.
Jemand der’s kann, sagte Oppenheimer. So viele sind’s nicht. Wir oder die andern, nicht wahr?« – S.215

Kurz zum Inhalt

Nur einmal in ihrem Leben können sich die drei begegnet sein und zwar 1924 am Hauptbahnhof Zürich.
Felix Bloch, der junge, pazifistische und intelligente Zürcher Jungspund, der in seinem Leben unbedingt etwas Schönes, Nutzloses und ganz und gar Zweckfreies (S.57) machen möchte und so schliesslich an der ETH Physik studiert.
Laura d’Oriano, die junge, schöne Frau, die schon als Kind mit ihrer Familie durch die ganze Weltgeschichte reist und nie so werden möchte, wie ihre Mutter, die auf der Bühne singend ihr Stumpfband her zeigt.
Und Emile Gilliéron, der Sohn eines rebellischen, blaue Jacken tragenden archäologischen Zeichners, der in die Fussstapfen seines Vaters tritt und alte Kunstwerke neu interpretiert.
Vor dieser Ausgangslage zeichnet Alex Capus nun die Lebenswege dieser drei unterschiedlichen Protagonisten, deren Wege so verschieden und doch auf eigentümliche Weise miteinander verschränkt sind.

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