Quicktipp | Zimtfieber – eine Reise auf die grüne Insel

»Mara zog sich die Decke über den Kopf. War das dieser unangenehme Moment, bei dem man nach einem One-Night-Stand in der fremden Wohnung aufwachte und der andere sicherheitshalber schon mal das Apartement verlassen hatte?«

– ca. S. 52

Zimtfieber | Madita Tietgen | Januar 2022 | Zeilenfluss Verlag | 363 Seiten
Leseexemplar

Mara gilt als das schwarze Schaf in ihrer Familie. Von den Eltern und dem Bruder wird ihr immer wieder vorgeworfen, sie sei ein Taugenichts, habe keinen Ehrgeiz und kein Talent. Einzig Granny Mary sieht mehr in Mara, ermutigt sie und unterstützt sie bei ihren Träumen. Nicht verwunderlich also, dass für Mara eine Welt zusammenbricht, als ihre Grossmutter stirbt. Umso überraschter ist sie, dass ihr Granny das kleine Cafe an Dublins bester Lage vererbt hat und so ihren Ehrgeiz weckt, endlich einmal etwas zu schaffen. Unterstützung erhält Mara von Cliff, dem Pub-Besitzer von Gegenüber. Allerdings sind die Schulden des Cafe’s bald Maras kleinste Sorgen, hat sie doch die Rechnung ohne ihr Herz gemacht.

Manchmal braucht es gar nicht viel und meine Aufmerksamkeit für ein Buch ist geweckt. So geschehen bei Zimtfieber, da konnte ich der Verlockung von Irland und seiner Hauptstadt Dublin nicht widerstehen. Ganz grosse Irland-Liebe hier und wenn man in Zeiten der Pandemie schon nicht physisch verreisen sollte, so gibt es für den Geist und die Fantasie keine Grenzen. Ich freute mich also auf ein paar unbeschwerte Stunden im emsigen Treiben der Dubliner Gassen und im frischen Wind der irischen Küste. Und genau das habe ich von der Geschichte auch bekommen.
Zimtfieber war für mich das perfekte Buch im Wochenbett. Ich konnte immer wieder kurze Abschnitte lesen und auch wieder längere Pausen machen, ohne den Faden zu verlieren. Die Geschichte ist nämlich nicht allzu kompliziert gestrickt und auch sehr geradlinig erzählt. Und das funktioniert hier wunderbar, die einfachsten Dinge sind manchmal nämlich die Besten.
Alles andere als einfach gestrickt sind hingegen die Protagonisten. In Mara steckt nämlich so viel mehr, als man auf den ersten Blick erahnen könnte. Toll, dass ihre Granny das erkannt hat und sie mit dem Cafe aus der Reserve locken will. Allerdings glaubt Mara zu Beginn des Buches so gar nicht an ihre Fähigkeiten und muss sich ihr Selbstvertrauen erst hart erarbeiten. Diese Entwicklung vermag Madita Tietgen wunderbar und vor allem glaubwürdig heraus zu arbeiten. Auch Cliff ist nicht „nur“ der Womanizer, den er nach aussen hin zu sein scheint. Mit seiner Hilfsbereitschaft lenkt er nur zu gerne von seinen eigenen Problemen ab. Zugegeben, das Ultimatum, welches ihm sein Vater stellt, fand ich dann doch ein wenig weit hergeholt – grad in der heutigen Zeit – aber Eltern kennen ihre Kinder meist halt doch am Besten und wissen, wie sie aus der Reserve zu locken sind.

Einziger Wermutstropfen für mich war dann leider etwas die fehlende Spannung. Ich fand die Geschichte doch arg vorhersehbar und wenig überraschend. Ich hatte ganz schnell raus, wer hinter den Anschlägen auf Granny’s Cafe steckte und irgendwie musste es auch ein Happy End für Mara und Cliff geben. Alles andere hätte nicht gepasst. Vielleicht ist diese fehlende Spannung ein wenig mit der Schnörkellosigkeit der Erzählung zu erklären. Und diese Art von Roman funktioniert nunmal auch nach einem gewissen Schema, das nicht allzu schwer zu durchschauen ist.
Nichtsdestotrotz unterhält Zimtfieber grandios und nimmt einem mit auf die grüne Insel zu Zimtschnecken, Guinness, zwei tollen Protagonisten und einer gehörigen Portion Liebe. Und wer nach der Lektüre so richtig Lust auf Zimtschnecken bekommen hat, der kann sich mit dem Rezept auf den letzten Buchseiten grad selbst welche backen. Bei mir reichte die Zeit während dem Schläfchen von klein N. leider nicht und so mussten für das Foto jene vom schwedischen Möbelriesen herhalten. Die sind auch lecker aber bestimmt nicht mit jenen von Granny Mary zu vergleichen.

Die Reihe

Apfelfieber – von Cider bis Liebe #1 | Zimtfieber – von Cider bis Liebe #2


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3 Kommentare zu „Quicktipp | Zimtfieber – eine Reise auf die grüne Insel

  1. Liebe Daniela

    Mit Irland hattest du mich schon :-)

    Das klingt wunderbar unterhaltsam, auch wenn das Buch dann ein wenig vorhersehbar ist. Das Buch und die Reihe sind mir noch nicht begegnet, ich werde mir die Reihe mal näher ansehen.

    Alles Liebe an dich und herzlichen Dank für den Quicktipp
    Livia

    Gefällt 1 Person

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