Quicktipp | Die Tote am Lago Maggiore – etwas für die Krimilust

»Anscheinend vermutete der Mann etwas bei ihm, dass er entweder nicht hatte oder von dem er nur nicht wusste, dass er es besass. Vielleicht hatte Gisella ihm etwas darüber sagen wollen, als sie versucht hatte, ihn anzurufen. Der Anrufer hatte etwas mit Gisellas Tod zu tun, da war Matteo sich ziemlich sicher.«

– S.66-67

Bruno Varese | Die Tote am Lago Maggiore | Februar 2016 | Kiepenheuer & Witsch | 304 Seiten

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Kurz vor Weihnachten hatte ich plötzlich Lust auf einen ganz klassischen Krimi und so erinnerte ich mich an Die Tote am Lago Maggiore von Bruno Varese. Dieses Buch schlummert seit dem Sommer auf meinem neuen eReader von Pocketbook. Und auch wenn der Handlungsort am Lago Maggiore und das beginnende Frühlingserwachen der Natur eigentlich besser in die etwas wärmere Jahreszeit gepasst hätte, so kam dieser Krimi für mich in der Vorweihnachtszeit gerade recht.

Kurz zum Inhalt

Matteo Basso, ehemaliger Polizeipsychologe aus Mailand, führt nun die Macelleria seiner verstorbenen Eltern am Lago Maggiore. Als seine gute Freundin Gisella eines morgens nicht wie verabredet auftaucht, wird er stutzig. Und tatsächlich, kurze Zeit später findet man ihre Leiche im Lago Maggiore. Ein Badeunfall. Allerdings mag Matteo nicht so recht daran glauben, war Gisella doch eine hervorragende Schwimmerin. Kurzerhand stellt er eigene Ermittlungen an und stösst bald schon auf noch mehr Ungereimtheiten.

Ganz viel Lago, wenig Spannung

Eines muss man diesem Krimi von Bruno Varese lassen, der tolle Schauplatz am Lago Maggiore wird vollends ausgekostet. Grad wer die Gegend ein wenig kennt, kann in diesem Ferienfeeling schwelgen oder neue Orte entdecken, die einen Besuch wert sind. Eigentlich liegt der Lago Maggiore ja in Mitten von Bergen, das milde Klima, die Palmen, einige italienische Wörter und natürlich das leckere italienische Essen lassen aber ganz viel Italianità aufkommen. Und das kommt beinahe einem kleinen Seelenurlaub gleich.

Ein bisschen anders erging es mir mit den handelnden Personen. Ich möchte nicht behaupten, dass mir Matteo Basso unsympathisch war, allerdings brauchte es doch einen gewissen Moment, bis er mich für sich gewinnen konnte. In vielen Situationen wirkt er sehr unbeholfen, so dass ich ihn mir gar nicht recht als Polizeipsychologen vorstellen konnte. Im Laufe der Geschichte gibt es allerdings auch immer mehr Andeutungen, dass damals in Mailand etwas traumatisches vorgefallen sein muss. Was wird aber in diesem ersten Band noch nicht verraten.
Sehr im Hintergrund blieben die Kommissare in dieser Geschichte. Kein Wunder, kann doch Kommissar Buffon Matteo so überhaupt nicht ausstehen. Mit der Kommissarin Nina Zanetti hätte ich mir dafür ein bisschen mehr Teamwork und gemeinsame Aktionen gewünscht. Ich fand Matteo und sie funktionierten wunderbar zusammen.
Sofort ins Herz geschlossen habe ich hingegen die drei Alten Beppo, Flavio und Luigi, die die Autogarage führen. Sie sorgten für manchen Lacher und haben das Herz einfach nur am rechten Fleck.

Was ich ebenfalls ein wenig vermisste, war die Spannung. Der Fall an sich ist ganz gut konstruiert und bietet auch so einiges an Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen. Allerdings zieht er sich grad zu Beginn wie Kaugummi dahin. Ich weiss nicht, ob dies am Schreibstil von Bruno Varese liegt, der viele Orts- und Situationsbeschreibungen enthält und so auch sehr ins Detail geht. Grad am Anfang nimmt das der Story etwas den Drive, dafür tut es viel für die tolle Atmosphäre. Ich denke, da muss jeder selbst entscheiden, was er mag. Das Finale ist dann umso spannender erzählt und bringt noch einmal einen ganz neuen Blick auf die Ereignisse.

Fazit

Irgendwie mochte ich Die Tote am Lago Maggiore und Matteo Basso ganz gerne. Das Buch vermittelte mir im kalten Winter ein bisschen Frühlingswärme und versprühte ganz viel italienisches Flair. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Handlung etwas spannender hätte sein dürfen und grad zu Beginn durch den Schreib- und Erzählstil viel von ihrem Drive einbüsste.
Der erste Band dieser Reihe ist ganz solide und lässt sich gut einfach mal so zwischendurch lesen. Wirklich aus der Masse heraus stehen tut die Geschichte aber nicht.

Dieses Buch durfte ich übrigens auf dem Touch HD 3 in Spicy Copper von Pocketbook lesen. Dieser eReader ist super leicht und handlich und so mega praktisch für unterwegs.

Die Reihe

Die Tote am Lago Maggiore | Intrigen am Lago Maggiore | Totenstille über dem Lago Maggiore | Wenn es Nacht wird am Lago Maggiore

Weitere Meinungen

»Mit seinen Kriminalromanen Die Tote am Lago Maggiore sowie Intrigen am Lago Maggiore ist dem Autor Bruno Varese ein toller Start in eine sympathische Krimireihe gelungen. So hoffe ich doch sehr, dass die Geschichte von Matteo Basso und Nina Zanetti weiter geht. Gemeinsam mit den drei Alten Luigi, Beppo und Flavio sowie mit Dino und seiner Osteria. Vielleicht wird ja bei Dino auch das Essen noch geniessbar? Es wäre Matteo zu gönnen.«Quer durch den Alltag

»Ein Erstling an schöner Location, aber mit schleppendem Anfang, der sich zum Glück zum Ende hin beachtlich steigert.Knappe 4 Punkte.«Bücher in meiner Hand


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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Pocketbook, der eReader wurde mir zum Testen zur Verfügung gestellt. 

3 Kommentare zu „Quicktipp | Die Tote am Lago Maggiore – etwas für die Krimilust

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