Quicktipp | Die Wächter von Nimrhon – eine neue, faszinierende Welt

»Erst, als im Osten die Silhouetten eines Gebirges auftauchten, nahm ich mir einen Moment Zeit, nach oben zu blicken.
Ein Sturm zog auf.«
– S.549-550

M. Rose-Everly | Die Wächter von Nimrhon – Ruf nach Freiheit | September 2019 | Selbstverlag | 651 Seiten

Kurz zum Inhalt

Phelía Revelle ist ein ebenso mutiges wie eigensinniges Mädchen mit besonderer Begabung, das in einer zerrütteten, nachzeitlichen Welt zwischen den Gefolgsmännern ihres Vaters aufwächst. So selbstverständlich wie Lesen und Schreiben lernt sie, mit dem Schwert zu kämpfen: Einerseits, um sich gegen skrupellose Autonome zur Wehr zu setzen, andererseits, um sich gegen die neuen Besiedler der Erde – Antarer genannt – zu behaupten, die die Ländereien der Menschen in einen Schauplatz des Überlebens verwandelt haben. Als ihrer Familie großes Unglück widerfährt, macht sich Phelía entschlossen daran, ihr zu helfen, wobei sie nicht nur Unterstützung von ihren engsten Vertrauten, sondern auch von einem Scion erhält, der das Blut ihrer Feinde in sich trägt. Doch kann Phelía dem schönen Fremden vertrauen, zu dem sie sich unerklärlich hingezogen fühlt? Ganz offenbar verbirgt er nicht nur ein dunkles Geheimnis, sie kommen auch aus zwei völlig verschiedenen Welten. Eine abenteuerliche Reise sowie der Kampf um Gefühle und Loyalität beginnen, inmitten derer sich Phelía zunehmend fragen muss, was Wahrheit und was Lüge ist… (Klappentext)

Wie war’s?

Ich tue mich wieder einmal schwer, meine Gedanken zu einem Buch in Worte zu fassen. Das passiert meistens dann, wenn ich ein Buch zwar mag, mich aber während der Lektüre irgendetwas stört, dass ich nicht genau benennen kann. Dann nistet sich in meinem Bauch so ein komisches Gefühl ein, dass dann nicht mehr weichen will, bis ich heraus gefunden habe, was für mich nicht passt.
Vom Grundgedanken und vom Aufbau her mag ich die Geschichte wirklich gerne. Mit Phelìa verfolgen wir einen starken Frauencharakter, sie besitzt eine natürliche Autorität, weiss was sie will und steht für sich und andere ein. So nimmt man ihr den Wunsch nach Vergeltung und ihre Rolle als Anführerin vom ersten Moment an ab. Einen Grossteil ihrer Stärke erhält sie dadurch, dass sie sich aktiv mit ihrer Situation auseinandersetzt, ihr Verhalten reflektiert und somit auch Raum für Entwicklung bleibt. Allerdings liegt in diesem Umstand auch etwas der Hase im Pfeffer, aber dazu später mehr.
Die Wächter_von Nimrhon_1Die Suche nach ihren Eltern und die Reise durch diese neue Welt ist ebenfalls spannend und interessant gestaltet. Die Welt, in der sich Phelìa und ihre Anhänger bewegen ist nämlich ein Mix aus Dystopie und Fantasy. Auf den ersten Blick wirkt alles noch sehr vertraut, aber dann gibt es doch ein paar merkwürdige Tiere oder Wesen mit übernatürlichen Kräften. Mystische und religiöse Elemente finden ebenfalls ihren Platz darin. So birgt die Lektüre die ein oder andere Überraschung.
Wunderschön geschrieben ist auch die Annäherung von Phelìa und dem Scion Làron, da wird nichts überstürzt, man spürt das Knistern von der ersten Begegnung an und die Dialoge sind spritzig und witzig.

Aber wie bereits erwähnt, war da dieses komische Gefühl in meinem Bauch und ich glaube wirklich, dass das vor allem mit Phelìa und ihrer Angewohnheit alles tausendfach zu überdenken und zu analysieren zusammenhing. Stellenweise musste ich mich durch Seitenlange Gedankengänge und Überlegungen von Phelìa kämpfen, ohne dass diese die Geschichte nennenswert voran gebracht hätten. Ganz oft habe ich da wirklich nur quer gelesen und bin trotzdem noch ohne Probleme mit der Geschichte mitgekommen. Im ersten Drittel des Buches geriet meines Erachtens gar das eigentliche Ziel der Reise durch all dieses Nachdenken in den Hintergrund.
Einen Vorteil hatte Phelìas Reflexionsfähigkeit allerdings. Sie konnte sich dadurch Strandlektürenämlich von ihren Vorurteilen gegenüber ihren „Feinden“ befreien und so den Menschen dahinter kennen und lieben lernen.

Alles in allem war das Buch eine spannende und unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch oder den nächsten Urlaub. Es lässt einem in eine neue, faszinierende und sehr vielschichtige Welt eintauchen, besticht mit einer starken Protagonisten und einer abenteuerlichen Reise. Und so kann ich über die kleinen Schwächen hinwegsehen und geniessen.

Weitere Meinungen

»Vieles gefällt mir gut und genau so viel nicht ganz so. Es hat trotzdem Spaß gemacht zu lesen.« angletearz-liest

»Ein spannender Reihenauftakt. Nach dem ich anfangs ein bisschen Schwierigkeiten mit dem ausschweifenden Stil hatte, konnte mich die Handlung wirklich packen. Mit zunehmender Seitenzahl war ich immer gefesselter und die Seiten flogen nur dahin.« Bücher – Seiten zu anderen Welten


Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Meine ehrliche Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. 

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