Herzensbuch #10 | eine Reise in die Kindheit

Wir alle haben sie. Bücher, die uns den Atem rauben, die uns träumen lassen und von denen man sich wünscht, sie würden nie enden. Absolut geniale Meisterwerke, die wir immer wieder lesen können und allen und jedem empfehlen, ob er oder sie es hören will oder nicht. Ganz klar, ich spreche von Herzensbüchern.
Genau zu diesen besonderen Geschichten haben sich Janika und Sabrina eine kleine Aktion ausgedacht. Immer am 20. jeden Monats stellen sie in kurzen, knackigen Worten eines ihrer absoluten Lieblingsbücher vor, in der Hoffnung, dass sich diese Liebe verbreitet und solche wunderbaren Bücher mehr Aufmerksamkeit bekommen Diese dürfen auch gerne schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.

So, nun im Dezember komme ich endlich dazu, eines meiner absolut liebsten Kinderbücher vorzustellen. Weil ich das nie selbst besessen habe, sondern es mir immer aus der Bibliothek geholt hatte, musste ich es auch dieses Mal so machen und natürlich war es gerade entliehen. Also lies ich es reservieren und konnte es nun gestern – kurz vor knapp – abholen. Ich habt euch sicher das Titelbild sehr genau angesehen und darum wisst ihr schon, von welchem Buch hier gleich die Rede sein wird.

Astrid Lindgren – Die Kinder von Bullerbü

Ich erinnere mich noch gut, wie ich als kleines Mädchen mit meinen Puppen und Plüschtieren auf dem Bett sass und die erste Szene aus Die Kinder von Bullerbü nachspielte. Herzensbuch_1Meine Lieblingspuppe musste als Lisa herhalten, den Pandabären ernannte ich zu Lasse und das kleine Stoffhäschen wurde zu Inga. Ich konnte mich ganz in dieser unbeschwerten Welt verlieren. Und heute verschenke ich diese Kindergeschichten ganz gerne, so hat mein Patenkind eines im Regel stehen und auch eine Freundin von mir, wurde mit einem Exemplar für ihre Mädchen beschenkt.
Aber was liebe ich eigentlich so an den Kindern von Bullerbü? Ich kann mir diese Frage nämlich selbst nicht zur Gänze beantworten. Aber ich glaube, es hat etwas damit zu tun, dass Astrid Lindgren einfach das ganz normale Leben in jener Zeit beschreibt. In Bullerbü kennt jeder jeden und alle unterstützen sich und helfen einander. Da gibt es niemanden, der übernatürlich stark ist, es ist auch keine Magie im Spiel und besonders dramatische oder traurige Ereignisse kommen auch nicht vor in den Geschichten. Stattdessen wird vom letzten Schultag vor den Sommerferien erzählt, wie es ist auf dem Heuboden zu schlafen oder einen Wackelzahn zu ziehen. In einem Kapitel fällt Lasse in den See, in einem anderen wird Geburtstag gefeiert oder eine Hütte gebaut. Als 7-jähriges Mädchen konnte ich mich mit Haut und Haar in diese Welt hinein versetzen, weil das alles Dinge waren, die ich selbst auch so oder so ähnlich erlebte. Und das ist das zauberhafte an diesem Buch.
Hinzu kommt natürlich auch Astrid Lindgrens wundervolle Art zu erzählen, sich ganz auf diese Kinder einzulassen und ihre Unbeschwertheit und Fantasie einzufangen und uns mit Worten wieder vor Augen zu führen. In Bullerbü dürfen die Kinder noch Kinder sein.

»Während wir gingen, holte Britta ihr Märchenbuch hervor und roch daran. Und dann rochen wir alle daran. Neue Bücher riechen so gut – man kann am Geruch förmlich merken, wie schön es sein wird, sie zu lesen.«
– „Die Kinder von Bullerbü“, S. 90

 


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8 Antworten zu “Herzensbuch #10 | eine Reise in die Kindheit”

  1. Ohhh ich liebe die Bücher von Astrid Lindgren auch so sehr!! Mir hats vor allem Ronja Räubertochter so angetan… als ich das damals gelesen habe wäre ich am liebsten selber gleich in den Wald gezogen :D

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  2. Wie Astrid Lindgren Kinder verzaubert, das ist so einzigartig und wunderbar. Ich lese regelmäßig mit zwei, drei Jahresabständen meine Lieblinge wieder und wieder. Längst sind es gar nicht mehr die Geschichten, die mich faszinieren, sondern ihre Sprache und ihr Humor (da ist übrigens Karlsson vom Dach ganz weit vorn für mich). Schöner Beitrag, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Vielen Dank und liebe Grüße, Stefanie

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