Rezension | Die Krone der Dunkelheit – eine magische Welt und zwei unabhängige Frauen

»Magie war keine Wissenschaft. Magie war Leben. Magie war Glauben. Sie liess sich in keiner mathematischen Formel festhalten und nicht in die Schranken weisen.
Magie war Freiheit.«

– aus „Die Krone der Dunkelheit“ ca. S.36

Laura Kneidl | Die Krone der Dunkelheit | Oktober 2018 | Piper | 640 Seiten

Auf Instagram begegnen mir die Bücher von Laura Kneidl ja beinahe täglich. Kein Wunder also, dass ich da irgendwann neugierig geworden bin. Entschieden habe ich mich dann für Die Krone der Dunkelheit, was mich mit einer guten Portion Spannung überraschen konnte.

Eine magische Welt

Einfach ausgedrückt, erzählt das Buch die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen. Vor vielen Jahren wurde Prinzessin Freyas Bruder Talon entführt. Während ihre Eltern schnell alle Hoffnung aufgegeben haben und ihn für tot halten, glaubt Freya nicht daran. Aufgrund eines von ihr gewirkten Suchzaubers vermutet sie ihn im magischen Land Melidrian bei den Fae. Und so beschliesst sie ihn dort zu suchen. Begleitet wird sie vom unsterblichen Wächter Larkin.
Ceylan verlor als junges Mädchen ihre Eltern durch einen Angriff der Elva und wünscht sich seit je her nichts sehnlicher, als eine unsterbliche Wächterin zu werden, um die Menschen vor diesen Kreaturen zu schützen. Die_Krone_der_Dunkelheit_1Doch der Weg zu ihrem Ziel ist steinig, ist sie doch die einzige Frau in der Wache. So kämpft sie um Anerkennung und Gleichstellung.

Ich muss gestehen, ich brauchte einen Moment, bis ich in der Geschichte drin war und kann auch nicht genau sagen, woran dies lag. Eine Vermutung meinerseits ist, dass ich halt einfach einen Moment brauchte, bis ich mich in dieser Fantasy Welt zurecht fand, bis ich die Geographischen Dimensionen erfasste und die Wesen und Namen einigermassen zuordnen konnte. Was nicht ganz einfach ist, wenn Kapitelweise die Erzählperspektive gewechselt wird. Sobald ich aber die Orientierung hatte, waren auch diese Wechsel kein Problem mehr und die Geschichte las sich flüssig und angenehm.
Und ich mochte auch den Schreibstil von Laura Kneidl, er passte wunderbar zum Genre und zum Setting des Buches, wirkte weder abgehackt noch zu modern oder jugendlich. Da floss die Lektüre nur so vor sich hin.
Und ich muss auch sagen, dass mich der Weltenbau ebenfalls überzeugen konnte. Die Welt wirkt durchdacht und logisch und Laura Kneidl lässt sich Zeit, diese durch ihre Figuren und deren Handeln und Erleben zu erklären.

»Gothar lächelte sie an und erhob sich mit einem Ächzen von dem Baumstumpf.»Nichts zu danken. Du hast für dein Können hart gearbeitet. Lass dir nicht einreden, du wärst schlechter als die anderen, nur weil dein Körper ein anderer ist. Sie sind nur eingeschüchtert und übertragen ihre eigenen Unsicherheiten auf dich, aber das wird sich legen.«
»Das hoffe ich«, erwiderte Ceylan und beobachtete, wie Gothar langsam davon lief.
–aus „Die Krone der Dunkelheit“, ca. S.267

Zwei ganz unterschiedliche Frauenfiguren

Auch die Charaktere wurden von der Autorin sehr liebevoll ausgearbeitet, wobei besonders Prinzessin Freya und Wächternovizin Ceylan herausstechen. Und auch wenn ich beide zu Beginn eigentlich sehr mochte, so sammelten sie im Laufe des Buches doch ein paar Minuspunkte.
An Freya mochte ich vor allem ihren Tatendrang und ihre Zielstrebigkeit. Sie will ihren Bruder finden und dabei schreckt sie auch nicht davor zurück das Gesetzt zu brechen. Allerdings wurde sie mir dann im Verlaufe des Geschichte etwas zu prinzessinnenhaft  hilflos und abhängig von ihrem Begleiter Larkin.
Ceylan wirkt da wesentlich tougher und unabhängiger, in ihrem Wunsch nach Rache und Gerechtigkeit aber auch manches Mal ganz schön bockig und stur. Dennoch mochte ich ihre rebellische Ader und wie sie sich in dieser Männerdomäne an der Mauer durchsetzt. Leider verlor Ceylan für mich im Laufe des Buches an Bedeutung, da ihre Geschichte die Handlung nicht wirklich voran treibt und ihre einzige Daseinsberechtigung darin besteht, der Love Interest eines anderen Charakters zu sein.
Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Die Krone der Dunkelheit ist der erste Band einer Tetralogie, da bleibt noch viel Raum für die Entwicklung der Charaktere.

Die_Krone_der_Dunkelheit_2

Fazit

Mich konnte der High Fantasy Roman von Laura Kneidl überzeugen. An Die Krone der Dunkelheit mochte ich besonders den Lese-TippWeltenbau und wie sich die Autorin viel Zeit lies, diese fantastische Welt zu erklären. Dabei liest sich ihr Schreibstil wunderbar flüssig und ist zudem auch noch sehr ausgefeilt und passend für das Genre. Die Plottwists und Enthüllungen machen das Buch vor allem zum Ende hin richtig spannend.
Mit der Entwicklung der Charaktere hatte ich aber etwas Mühe, vor allem aus Freya und Ceylan hätte man meiner Meinung nach viel mehr machen können. Aber da dies der erste Band von Vieren ist, besteht auch da noch Luft nach oben.

Die Reihe

Die Krone der Dunkelheit | Die Krone der Dunkelheit – Magieflimmern | Die Krone der Dunkelheit – Schicksalsklinge | Die Krone der Dunkelheit – Götterdämmerung

Weitere Meinungen

»Laura Kneidl beweist mit diesem Buch, dass sie High Fantasy schreiben kann – und zwar richtig gut. Mich hat »Die Krone der Dunkelheit« von der ersten Seite an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Eine ganz klare Empfehlung.« Zeilenwanderer

»Auch, wenn mein Leserherz gerne zuweilen etwas mehr Gefahr und Antiheldentum gehabt hätte, sind Charaktere und Welt wunderbar differenziert gestaltet. Man mag kaum aus der Geschichte auftauchen.« Damaris liest

»Mit starken Protagonistinnen und einem überraschenden Plot konnte mich Laura Kneidl komplett überzeugen. Ich mochte das Land, die Charaktere und die Geheimnisse, die so viele in sich tragen.« – I am Jane

2 Kommentare zu „Rezension | Die Krone der Dunkelheit – eine magische Welt und zwei unabhängige Frauen

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