Montagsfrage | #44 – über das Beste, was ich in der Schule gelernt habe

Es ist ganz schön lange her. Für die letzte Montagsfrage hier auf dem Blog müssen wir zurück blättern bis in den Oktober letzten Jahres. Damals ging es um Tipps und Tricks um regelmässiger und mehr zu lesen. Natürlich habe ich mir meine Tipps noch einmal durch gelesen und mir gedacht, ich sollte diese wohl wieder etwas mehr beherzigen, vielleicht würde es dann auch mit dem Lesen und Bloggen etwas besser klappen.
Heute soll es aber nicht um Tipps und Tricks gehen, sondern wir tauchen ein in die Vergangenheit. Antonia möchte nämlich wissen, wie ich zum Lesen gekommen bin. Und nachdem ich mir die Geschichten der anderen Teilnehmer durchgelesen habe, wird meine wohl etwas fade. Aber wir schauen einmal.

Montagsfrage

Wie bist du zum Lesen gekommen?

Meine Leselaufbahn begann ganz klassisch in der ersten Klasse mit dem Leseunterricht. Natürlich haben mir meine Eltern und Grosseltern vor dem zu Bett gehen vorgelesen. So ging ich regelmässig mit Lisa, Lasse, Bosse und den restlichen Kindern aus Bullerbü auf Streifzüge, legte Räuber Hotzenplotz das Handwerk oder suchte mit Fridolin sein rotes Halsband. Allerdings bedeutet das abendliche Vorlesen noch lange nicht, dass das Kind dann auch ein Bücherwurm wird. Ich sehe das aktuell grad bei meinem Patenkind Zoë und ihrem Bruder Niklas. Beiden wurde vorgelesen, manchmal sogar gemeinsam, über Büchergeschenke freut sich aber vor allem Niklas.
Darum glaube ich, dass meine Leseleidenschaft hauptsächlich in der Schule geweckt wurde, als ich selbst lesen lernte. Für mich eröffnete sich da eine ganz neue Welt, plötzlich ergaben diese komischen Zeichen auf Plakaten und an Hauswänden Sinn. Und ich musste alles lesen, was mir in die Finger kam. Dabei machte ich keinen Unterschied zwischen Werbeflyern, Klatschheftchen und meinen alten Bilderbüchern. Hauptsache lesen.
Und so kann ich mich auch noch sehr gut an die sonntäglichen Ausflüge mit Papa in die Quartierbibliothek erinnern. Bald schon hatte ich die Bücher für meine Altersklasse durchgelesen und widmete mich den Krimis von Agatha Christie oder den Jugendbüchern von Federica de Cesco. Und besonders jene haben mich wohl sehr geprägt und durch die Pubertät geführt. Ich mochte ihre starken, unabhängigen Protagonistinnen, die für ihre Freiheit kämpften und mich in fremde, ferne Kulturen eintauchen liessen. Wie gerne wollte ich mit Ann und Chee das Leben der Apachen kennen lernen oder mit den Tuareg durch die Wüste reiten. Ihre Bücher haben mich damals so gepackt, dass ich alles andere plötzlich langweilig fand. Selbst meine geliebten Kinder aus Bullerbü, die ich noch mit meinen Puppen und Teddys nachgespielt hatten.

In meiner Lesebiografie gibt es also nicht diesen einen Punkt, ab dem alles anders wurde. Meine Familie hat mit dem Vorlesen sicher einen guten Nährboden für meine Entwicklung zum Bücherwurm gelegt. So wirklich zur Leseratte wurde ich aber erst in der ersten und zweiten Klasse, als ich den Zauber der Worte selbst erlicken konnte.

Wie seid ihr zu den Büchern gekommen?


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10 Antworten auf „Montagsfrage | #44 – über das Beste, was ich in der Schule gelernt habe

  1. wortmagieblog

    Hey Daniela,

    wie schön, mal wieder eine Montagsfrage von dir zu lesen! :)
    Obwohl wahrscheinlich die meisten Bücherwürmer zu ihrem Buch-verrückten Dasein erzogen wurden, glaube ich, ein Patentrezept gibt es dafür nicht. Vorlesen hilft sicher und garantiert auch das elterliche Vorbild – für Kinder, die ihre Eltern selbst lesen sehen, ist der Gedanke, zum Buch zu greifen, vermutlich naheliegender. Aber letztendlich sind Vorlieben und Interessen eben immer individuell und die entscheidende Frage ist meiner Meinung nach, ob das Kind etwas aus den Geschichten, die es auf welche Weise auch immer konsumiert, herausziehen und mitnehmen kann.

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Viele liebe Grüße,
    Elli

    Gefällt 1 Person

    • Daniela | read eat live

      Hallo Elli,
      ja, ich habe es auch wieder einmal geschafft. :)
      Da hast du sicher recht, Kinder schauen sich ja viel von ihren Eltern, Geschwister und anderen wichtigen Bezugspersonen ab. Da ist der Gedanke zu lesen wahrscheinlich nicht ganz so fremd, wenn das beobachtet wird. Aber letztlich entscheiden wohl einfach die Interessen und Vorlieben.
      Grüessli, Daniela

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  2. Ruby

    Huhu,

    bei mir gab es ihn auch nicht, diesen einen Moment :D Gefühlt habe ich immer gelesen und wurde gerade dadurch motiviert, dass meine Eltern mir nie in meine Buchentscheidung hineingeredet haben. Mir stand plötzlich eine ganz neue Welt offen, die mich bis heute gefangen hält. ^^
    Federica de Cesco kannte ich gar nicht. Musste sie gleich einmal googeln ;)

    Tintengrüße von der Ruby

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    • Daniela | read eat live

      Hallo Ruby,
      genau, gefühlt habe ich auch immer gelesen, mal etwas mehr, mal wieder weniger.
      Von Federica de Cesco mag ich vor allem ihre Jugendbücher, diejenigen für Erwachsene sind mir meist ein wenig zu esoterisch und sphärisch.
      Grüessli, Daniela

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  3. Annuschka

    Bücher fanden bei uns immer statt. Mein Großvater war Buchbinder, mein Vater und mein Bruder auch. Und meine Mutter war ebenfalls eine totale Leseratte.
    Es gibt ein Foto von mir am Tag meiner Einschulung, als ich mittags die Tageszeitung „las“. Ich war ja nun ein Schulkind…
    In der Grundschulzeit spielten meine Freundin und ich Bücherei. Mit Leihgebühr natürlich, es musste sich ja lohnen ;-)
    Mit einer anderen Freundin spielte ich dann vor allem im Sommer die Karl-May-Romane nach, die wir aus den Regalen unserer älteren Brüder gemopst und geschmökert hatten.
    Und ab dem Zeitpunkt las ich alles, was mir vor die Augen kam. Ob das nun Simmel, Konsalik, Danella, Dr. Schiwago oder die Buddenbrooks war. Das meiste davon verstand ich eigentlich gar nicht, aber Hauptsache lesen.
    In der Grundschulzeit fuhr ich nachmittags in die Stadt, um mir ein „Bille und Zottel“ oder „Trixie Belden“ Buch zu kaufen, das ich dann meist schon durch hatte, wenn ich zuhause wieder aus dem Bus stieg. Und dann kam die Fantasy-Phase. Nicht nur Tolkien, auch die Drachenreiter von Pern, die Chroniken von Thomas Covenant dem Zweifler, Shannara und die Dunkelelfen. Wüstenplanet und was es sonst noch so an Klassikern auf dem Gebiet gab. Schließlich wurde ich folgerichtig dann auch Buchhändlerin.
    Der Rest ist Geschichte… :-))

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  4. Diana

    Bei mir war‘s auch das Lesenlernen in der Schule und als ich alt genug war, allein in die Bücherei im Stadtteil zu radeln, wurde ich dort Stammgast und Vielleser, war an allen Öffnungszeiten dort und hab die Jugendabteilung rauf und runter gelesen, später dann auch die Erwachsenen Abteilung. Lesen ließ mich weniger allein sein, eröffnete Welten (auch außerhalb der unsrigen) und nebenbei bildete es ganz unanstrengend. Und so ist’s bis heute

    Gefällt 1 Person

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