Quicktipp | Martin & Camilo Jaschke – Mama kann nicht kochen

Mama kann nicht kochen – Liebeserklärungen an perfekt unperfekte Mütter | Martin & Camilo Jaschke | August 2018 | Aris Verlag | 122 Seiten
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Leseexemplar. Meine ehrliche Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

»Ich werde mich gar nicht erst darum bemühen, perfekt zu sein. Das ist, wie wenn ich mich mit einer zu kurzen Decke zudecken möchte. Entweder guckt der Oberkörper raus, oder die Füsse, so ziehe ich die Decke rauf und wieder runter. Es wird nie reichen, es ist nicht machbar.«
Nadja Zimmermann, S. 94

Es gibt Bücher zum nachdenken, jene zum mitfiebern, solche die einem traurig machen und zum Glück gibt es auch Bücher, die einem schmunzeln lassen. Und in eben jene letzte Kategorie gehört Mama kann nicht kochen. Wobei dieses schmale Büchlein noch etwas mehr Fleisch am Knochen hat, als sich auf den ersten Blick erahnen lässt.
Mama_1In amüsanten, kurzen Kapiteln erzählen Martin und Camilo, zwei 11 und 10-jährige Jungs von den Kochkünsten ihrer Mutter. Dass diese alles andere als perfekt sind, lassen bereits solche Überschriften wie »Zement-Sterne« oder »Brot, um eine Burg zu erobern« erahnen. Ergänzt werden diese Erzählungen von 10 Liebeserklärungen prominenter Mütter an alle perfekt unperfekte Mütter. Da wird von Schnupfnasen erzählt, die halt am Hemdsärmel geputzt werden mussten, weil die Taschentücher vergessen gingen, oder dass ein Tag, der schon mit Streit und blanken Nerven startete, kurzerhand noch einmal von vorne begonnen wurde, also alle ins Bett und diesmal mit dem richtigen Bein aufstehen.
Es wird berichtet von den eigenen Erwartungen (und Rollenbildern) eine liebevolle Mutter, innovative Arbeitskollegin, leidenschaftliche Partnerin zu sein und nebenbei noch den Haushalt in Schuss zu halten, Freundschaften zu pflegen und lecker und gesund zu kochen.

»Ich glaube, ich bin eine gute Mutter. Aber ich bin sicher nicht immer eine gute Mutter.«
Susanne Kunz, S. 29

Es wird aber auch der Druck und die Erwartungen von aussen thematisiert, dass in gewissen sozialen Netzwerken Mütter für ihre Entscheidungen kritisiert und beschimpft, manchmal gar richtig gehend verurteilt werden. Beim Thema „Mutter sein“ will jeder mit seinem Expertenwissen punkten.

Ihr seht, an dem Buch ist wahrlich mehr dran, als es auf den ersten Blick scheint. Es ist ein Plädoyer für alles unperfekte, für das kreative, echte, spontane. Man darf auch mal Fünfe grad sein lassen. Das gilt – finde zumindest ich – nicht nur für Mütter. Die Wohnung muss nicht immer perfekt aufgeräumt sein, wenn Besuch kommt. Die Farben der Vorhänge und der Sofakissen passen nicht zusammen? Ist doch egal. Das Foto ist zwar cool, passt aber farblich nicht in den eigenen Instagramfeed? Tja, so ist halt das Leben. Ich glaube, würden wir vieles etwas lockerer sehen, nicht alles so perfekt in eine Form zwängen wollen, dann hätten wir alle viel mehr Zeit und freie Ressourcen, die wir für all die Dinge nutzen könnten, die wir schon ganz lange einmal tun wollten.

StrandlektüreFazit

Mama kann nicht kochen ist ein amüsantes und leicht zu lesendes Plädoyer für das echte, wahre Leben mit all seinen Ecken und Kanten. Neben wirklich lustig zu lesenden Kochunfällen verbirgt sich aber auch eine wichtige Botschaft auf diesen 120 Seiten: Es muss nicht alles perfekt sein, um gut zu sein.

Weitere Meinungen

»Nachdem ich das Buch ziemlich schnell gelesen habe und wirklich Freude hatte, es fast in einem Zug zu lesen (so dick ist es nämlich nicht), dachte ich nun: und hier kommt meine Liebeserklärung!« – Miss Broccoli


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4 Gedanken zu “Quicktipp | Martin & Camilo Jaschke – Mama kann nicht kochen

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