Geplauder | Zuger Kirschto(r)te und die Rosamunde Pilcher vom Vierwaldstättersee

Ich tue mich ja immer ein bisschen schwer damit, Berichte über Lesungen oder andere buchige Veranstaltungen zu schreiben. Irgendwie weiss ich nie so recht, wo beginnen und sich an genaue Wortlaute zu erinnern ist auch so eine Sache. Ich schiebe diese Texte dann immer vor mir her und denke: „Jaja, morgen dann.“ Und je weiter ich sie von mir wegschiebe, desto mehr verblasst der Eindruck und die Erinnerung und umso schwieriger wird es auch, einen Bericht darüber zu schreiben. Ein Teufelskreis!
Nun möchte ich euch dennoch ein paar kurze Eindrücke von zwei Lesungen schildern, die ich im Rahmen vom Buchfestival ‚Zürich liest‘ besucht habe.

Zuger Kirschto(r)te in einer tollen Buchhandlung

Szenische_Lesung
© Buchhandlung am Hottingerplatz

An einem Donnerstagabend machte ich mit meiner Kollegin auf Richtung Grossstadt zu einer szenischen Lesung. Wir wussten beide nicht so recht, was eine szenische Lesung denn nun eigentlich ist  und so waren wir umso gespannter. Wir kannten weder das Buch, noch die Autoren, noch den Veranstaltungsort und so wähnten wir uns bereits meilenweit vom Ziel entfernt, als das Tram in einem ruhigen Wohn- und Geschäftsviertel  der Stadt Zürich halt machte. Die kleine aber sehr feine Buchhandlung am Hottingerplatz hatten wir jedoch schnell ausfindig gemacht und da wir etwas zu früh dran waren, stöberten wir noch etwas durch die Auslage. Und um es gleich vorne weg zu nehmen, diese Buchhandlung war mein persönliches Highlight des Abends.
Klein aber Oho, das trifft es ziemlich genau. Auf kleinem Raum fand sich (und findet sich hoffentlich immer noch) eine individuelle zusammengestellte Auswahl an Büchern. Von Kochbüchern aus aller Welt, Kunstbänden, Schweizer Autor*innen, über Kinderbücher, Krimis oder Klassiker findet sich alles, was das Leserherz begehrt. Die Auswahl ist vielfältig und alles andere als 08-15! Zudem sind die Mitarbeiter allesamt sehr nett und freundlich und kennen ihre Kunden oft persönlich.
Leider war dann die Lesung nicht so ganz das, was ich erwartet hatte. Ich hatte mir etwas mehr szenische Inszenierung erhofft, etwas mehr Schauspiel und Effekte, als dann schlussendlich geboten wurde. Und leider konnte mich das Autoren-Duo Judith Stadlin und Michael van Orsouw auch nicht von ihrem Roman Der Kirschtote überzeugen. Da wollte der Funke einfach nicht richtig überspringen.
Aber trotzdem war es ein schöner Abend in einer tollen Buchhandlung, die ich mit Sicherheit wieder einmal besuchen werde.

Die Rosamunde Pilcher vom Vierwaldstättersee

Blanca_ImbodenAm Samstagabend dann, machte ich mich etwas verschnupft zusammen mit meiner Mama auf zu einer humorvollen Lesung ihrer Lieblingsautorin. Schon oft schwärmte sie mir von den lustigen und luftig-leichten Büchern von Blanca Imboden vor. Und so war sie natürlich sofort Feuer und Flamme für diese Lesung im Herzen von Winterthur.
Und der Abend wurde wirklich unterhaltsam, auch wenn es nicht eine Lesung im eigentlichen Sinne war. Blanca Imboden las nämlich nicht aus einem ihrer Bücher, sondern plauderte lieber auf eine unkomplizierte und humorvolle Art aus dem Nähkästchen. So erzählte sie von ihrer Zeit bei der Bergbahn Stoos, wie es an schönen Tagen manchmal hektisch zu und her gehen konnte, wenn gleichzeitig eine Familie mit dem Kinderwagen durch das Drehkreuz wollte und der Frau am Drehkreuz neben an die Kreditkarte eingezogen wurde, weil sie sie falsch herum in den Automaten eingeführt hatte. Klar fanden die ein oder andere dieser Situationen auch den Weg in ihre Geschichten, die im Herzen der Schweiz, auf dem Stoos, auf dem Urmiberg oder am Vierwaldstättersee spielen.
Blanca Imbodens Geschichten sind so unkompliziert und lustig wie das Gemüt ihrer Autorin. Man merkt, diese Frau möchte in erster Linie unterhalten, uns Leser*innen für eine kurze Zeit aus dem Alltag entführen. Nicht umsonst wurde sie von Tele Züri als Rosamunde Pilcher des Vierwaldstättersees betitelt und darauf darf sie doch auch stolz sein.
Und meine Mama fühlte sich der Autorin auch gleich herzlich verbunden als diese erzählte, dass das Jassen für sie ein Buch mit sieben Siegeln sei. So plauderten die beiden bei der anschliessenden Signierstunde über Stöck Wyss Stich und Jass-Apps. Ich bin ja mal gespannt, ob davon etwas den Weg in ihr neues Buch finden wird…


Ja, so kurz sind die Eindrücke halt, wenn man wie ich das Schreiben der Berichte immer mehr vor sich her schiebt. Trotzdem dürfte es einen kleinen Einblick in zwei unterhaltsame Abende am Buchfestival ‚Zürich liest‘ gegeben haben.
Ich werde nächstes Jahr bestimmt wieder mit von der Partie sein. Und ihr?

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