Quicktipp | Agatha Christie – Hercule Poirots Weihnachten

Hercule Poirots Weihnachten | Agatha Christie | aus dem Englischen von Michael Mundhenk | Oktober 2015 | Atlantik Verlag | 272 Seiten

 

»Je unfreiwilliger man mit seinem Alibi herausrückt, desto stärker ist es. Ihr Bruder und Sie stehen miteinander auf Kriegsfuss. Das ist allgemein bekannt. […] Aber angenommen, das ist alles nur ein Bluff. […] Angenommen, sie beide haben sich schon vor einiger Zeit zusammengetan.«(S.245)

Ich möchte meine Aussage, dass meine Lust auf Krimis nicht mehr vorhanden ist, berichtigen. Die Lust und Freude an guten Kriminalromanen ist sehr wohl noch da, allerdings kommt es doch stark auf die Geschichte drauf an.
Mit diesem klassischen Kriminalroman hat mich Agatha Christie gleichermassen gepackt, wie überrascht. Warum? Lest selbst.

Simeon Lee ist ein richtiger Familientyrann. Umso überraschender ist es, dass er an Weihnachten seine gesamte Verwandtschaft zu sich einlädt. Wie immer beginnt er sofort damit, alle zu beleidigen und zu provozieren. Damit hat es allerdings ein Ende, als man ihn schon wenig später tot auffindet. Hercule Poirot wird zu Hilfe gerufen und muss erkennen, dass jedes der Familienmitglieder gute Gründe hatte, den alten Mann zu hassen. (Klappentext)

Agatha Christie präsentiert uns hier einen ihrer typischen Kriminalromane. In einem ersten Teil werden die handelnden Personen vorgestellt. Dabei zeichnet sie bereits ein äusserst genaues und eindrückliches Bild der Charaktere, zeigt, wie sie zueinander stehen und deutet ihre Zwiste und Fehden bereits an. Dann spitzt sich die Lage zu und der Mord geschieht.
Der Mittelteil besteht hauptsächlich aus den Befragungen der Verdächtigen. Dabei spielt sich sehr viel in den Dialogen ab. Der Zeitraum um die Tat beginnt langsam Gestalt anzunehmen. Häppchenweise erfährt der Leser, wer wo gewesen ist, wen gesehen oder belauscht hat. So lenkt sie geschickt die Verdachtsmomente auf beinahe jeden der Verdächtigen. Jeder dieser Familie hatte seine Gründe den alten Mann zu hassen und somit auch ein Motiv für den Mord.
Das bedeutet Schwerstarbeit für die kleinen grauen Zellen des berühmten Meisterdetektiven Hercule Poirot. Aber dank seiner Beobachtungsgabe und seines Lese-Tipppsychologischen Spürsinns vermag er diesen Fall im letzten Teil des Buches zu lösen und noch einige weitere Familiengeheimnisse aufzudecken. Denn vor seinem brillianten Denkvermögen ist nichts und niemand sicher.

So simpel dieser Kriminalroman auch gestrickt ist, so gekonnt vermag es Agatha Christie den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Und die Auflösung ist mehr als nur eine Überraschung.

2 Kommentare zu „Quicktipp | Agatha Christie – Hercule Poirots Weihnachten

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